Historie
- 1950 - 1955
- Wirtschaftswachstum
1950: Am 1. Oktober geht die Flughafenverwaltung wieder in deutsche Zuständigkeit über.
Der Aufgabenbereich der Flughafenverwaltung respektive der Flughafen Hamburg GmbH (FHG) weitet sich rasch aus. Zu den Vorfelddiensten kommen zum Teil die Fluggast-, Gepäck- und Frachtabfertigung hinzu. Außerdem wird seit Beginn der fünfziger Jahre die gesamte Abfertigung auf dem Flughafen selbst abgewickelt. Deutsche Angestellte und Beamte arbeiten an der Seite der Engländer.
1953: Die Flugsicherung geht in deutsche Hände über. Sie ist seit 1953 Aufgabe der neugeschaffenen Bundesanstalt für Flugsicherung. Der 1. Juli 1953 ist der erste Tag, an dem der Union Jack nicht mehr auf dem Flughafen gehisst wird. Sämtliche Verwaltungsfunktionen sind endgültig in deutsche Hände übergegangen. Das Verbot eines eigenen deutschen Luftverkehrs bleibt allerdings bestehen.
Trotzdem hat Fuhlsbüttel wieder Verbindung mit der Welt und entsprechend steigt das Passagieraufkommen. Der enorme Aufschwung des Hamburger Luftverkehrs zu Beginn der fünfziger Jahre ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen. Zwar trifft die Teilung Deutschlands gerade Fuhlsbüttel besonders hart, denn der Hamburger Flughafen ist von einem großen Teil seines Hinterlandes abgeschnitten. Andererseits profitiert der Stadtstaat aber auch von der Brückenkopf- und Drehscheibenfunktion nach West-Berlin und Skandinavien. Wegen der geographischen Lage im Norden der Bundesrepublik Deutschland und Mitteleuropas werden zur damaligen Zeit die meisten Auslandsrouten der skandinavischen Luftverkehrsgesellschaften über Fuhlsbüttel geführt.
Der Aufschwung des Luftverkehrs schafft erhebliche Probleme für die Frachtabfertigung, da die vorgesehenen Keller zur Lagerung der Luftfracht schon bald nicht mehr ausreichen. Die provisorisch genutzte Flughalle wird schließlich zur Frachthalle umgebaut. Dem Ansturm von 1953 ist aber auch diese Halle nicht mehr gewachsen, so dass auf dem Vorfeld eine Fläche hergerichtet werden muss, die ein sofortiges Verladen vom Flugzeug auf Lastwagen ermöglicht.
Außerdem spielt Hamburgs Randlage in den Überlegungen der neuen Deutschen Lufthansa eine wesentliche Rolle. Als sogenannte "periphere Lösung" bietet Hamburg die Möglichkeit, mit der kleinen Flotte der Lufthansa eine optimale Auslastung zu erreichen. Frankfurt ist dagegen vorwiegend für innerdeutsche Stops vorgesehen. Hamburg ist bereit, die notwendigen Gebäude nach den Vorstellungen der Luftag (Aktiengesellschaft für Luftverkehrsbedarf, 1954 Umbenennung in Deutsche Lufthansa Aktiengesellschaft) zu errichten. Fast 12 Millionen Mark stellt der Senat für den Ausbau zur Verfügung. Mit der Hamburger Flughafenverwaltung wird am 2. Dezember 1953 ein langfristiger Mietvertrag abgeschlossen: Eine neue Flugzeug-Doppelhalle, die auf dem Fuhlsbütteler Gelände errichtet werden soll, ist als technische Basis der künftigen Luftverkehrsgesellschaft, als Wartungs- und Überholungszentrum, vorgesehen.
Im Sommer 1953 ist Baubeginn auf dem Gelände der ehemaligen Borsteler Rennbahn.
1954: Im August feiert man bereits das Richtfest für die neue Wartungshalle.
1955: Am 1. März nimmt die Lufthansa den Probeflugverkehr innerhalb der Bundesrepublik auf. Einen Monat später, am Morgen des 1. April 1955, wird auf dem Hamburger Flughafen wieder die blaugelbe Flagge mit dem Kranich gehisst. Die Pariser Verträge vom Mai 1955 geben der Bundesrepublik die volle Souveränität und Lufthoheit, so dass der "Kranich" in den folgenden Tagen seine neuen Europa-Linien befliegen kann. Mit feierlichen Ansprachen werden die Strecken nach London, Madrid und Paris eröffnet. Weitere Strecken folgen.