Historie
- 1917 - 1929
- Beginn des Zivilluftverkehrs
Innerhalb eines Jahrzehnts ist Fuhlsbüttel von einem sumpfigen Acker, auf dem sich einige abbruchreife Gebäude und abgewrackte Flugzeuge verloren, zu einem bedeutenden Luftverkehrsknoten Europas geworden!
1917: Im Dezember 1917 gründet die Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft AEG die Deutsche Luftreederei GmbH. Hapag, Zeppelin GmbH und Deutsche Bank beteiligen sich an dem Unternehmen.
1919: Am 5. Februar nimmt die DLR als erste Fluggesellschaft der Welt den planmäßigen Linienverkehr auf.
Der Flughafen Hamburg befindet sich zwar in einem desolaten Zustand, doch weitet sich der Liniendienst nach und nach aus. Schon am 1. März richtet die DLR zwischen Hamburg und Berlin eine regelmäßige Verbindung ein.
Doch sind einer allzu schnellen Entwicklung des deutschen Luftverkehrs enge Grenzen gesetzt. Artikel 198 - 202 des Versailler Friedensvertrages von 1919 ordnet die Vernichtung und Auslieferung allen Fluggerätes und -zubehörs an, während Einfuhr und Produktion von Flugzeugen untersagt werden. So bestehen die Siegermächte auch hartnäckig auf Zerstörung der Hamburger Luftschiffhalle.
1920: Am 1. September landet erstmals eine Maschine der kurz zuvor gegründeten KLM von Amsterdam über Bremen in Hamburg - mit Weiterflug nach Kopenhagen. Dieser sogenannte "Europa-Nordwestflug" gilt als erste internationale Linienverbindung in Europa.
1921: Unter großem Kostenaufwand wird die Luftschiffhalle im Laufe des Jahres an den Eckpfeilern gesprengt und bis auf den letzten Stein abgetragen. Der Luftverkehr in Hamburg steht damit nach einem verheißungsvollen Beginn vor dem frühzeitigen Zusammenbruch. Dagegen ist es Bremen Anfang 1921 gelungen, die führende Position im Luftverkehr in Nordwestdeutschland zu erreichen. Die DLR hat wegen der unzureichenden Bedingungen auf dem Flughafen Hamburg ihren Betrieb eingestellt. Der Hamburger Flughafen bietet zum Jahreswechsel ein Bild, das sich kaum von der desolaten Situation nach Kriegsende unterscheidet. Noch 1921 genehmigen Senat und Bürgerschaft erhebliche Mittel für die Instandsetzung des Platzes.
1922: Ende des Jahres kann durch die zahlreichen Verbesserungen der Vorsprung Bremens eingeholt werden und die HLG übernimmt nach einer vorübergehenden Verwaltung des Flughafens durch die finanzstarke Hamburg-Amerika-Linie wieder das Kommando über Fuhlsbüttel.
1923: Fuhlsbüttel erhält als erster Flughafen in Deutschland eine Funkstation. Ab 1926 kann man anfliegende Maschinen mit Funkpeilern orten.
1925: Aufgrund zunehmender Passagierzahlen ist man seit 1924 mit dem Bau neuer Hallen beschäftigt. Es bestehen Verbindungen nach Bremen, Kiel, Westerland, Hannover, Stettin, Danzig und Frankfurt, sowie nach London, Kopenhagen, Malmö, Amsterdam, Rotterdam.
1926: Es beginnt die Ausschreibung für das neue Abfertigungsgebäude zwischen den Hallen A und B. Alle wichtigen Funktionen, wie Flugreise- und Frachtverkehr, Verwaltung, Zuschauerunterbringung und Restaurationsbetrieb werden unter einem Dach vereint.
1929: Es bestehen direkte und indirekte Flugverbindungen zu rund 80 Städten, darunter 20 ausländische Städte, was die Bedeutung der Hansestadt im internationalen Luftverkehr unterstreicht.
Nicht nur in Europa, auch innerhalb Hamburgs hat Fuhlsbüttel seine Randlage verloren: Es ist seit 1926 direkt mit dem Straßenbahnnetz der Hansestadt verbunden.
Ende der zwanziger Jahre ist Fuhlsbüttel in ein breitgefächertes nationales und internationales Netz von Fluglinien eingegliedert.