Historie
- 1910 - 1916
- Vorgeschichte
1910: Am 5. März besucht Graf Ferdinand von Zeppelin, der berühmte Luftschiffkonstrukteur, Hamburg und hält eine mitreißende Rede vor zahlreichen Hamburgern, in der er für die Zukunft der Zeppeline wirbt und an die Opferbereitschaft der Hanseaten zugunsten der Luftschifffahrt appelliert. Diesem Appell und dem Aufruf einiger prominenter Hamburger ist es zu verdanken, dass die Hamburger aus privaten Kreisen Mittel zur Errichtung einer Luftschiffhalle aufbringen und das fertige Produkt dann der Luftschifffahrt zur Verfügung stellen.
1911: Am 10. Januar gründet sich die Hamburger Luftschiffhallen GmbH (HLG). Auf der Suche nach einem geeignetem Gelände für den Flugplatz einigte man sich schließlich auf ein 44,8 Hektar großes Gelände westlich der Alster und nördlich der Borsteler Rennbahn in der Nähe von Fuhlsbüttel. Im Mai beginnen die Ausschachtungsarbeiten für die Luftschiffhalle und bereits im Herbst können die Hamburger zum erstenmal ein Zeppelin-Luftschiff, die "Schwaben", über ihrer Stadt bestaunen.
1912: Im Januar wird die Luftschiffhalle in Betrieb genommen. Wenig später übernehmen die Flieger mit ihren Flugzeugen - den Aeroplanen, wie man damals sagt - von dem Gelände Besitz.
1913: Der Senat stimmt einer Erweiterung des Flughafens auf 60 Hektar zu. Dabei ist der nördliche Teil des Platzes den Luftschiffen vorbehalten, während der südöstliche Teil den Flugzeugen dient. Dazwischen liegt ein großes Gartenrestaurant, in dem Luftschiffer, Flieger und zahlreiche Besucher für Hochbetrieb sorgen. In der Mehrzahl gelten Bewunderung und Interesse dieser Besucher den mächtigen Zeppelinen.
Im Ersten Weltkrieg: In dieser Zeit treten die Nachteile der Luftschiffe deutlich in Erscheinung - Unfälle häufen sich, so dass man sich immer mehr auf den Flugzeugbau und die Pilotenausbildung konzentriert. Mehr als 750 Militärflieger erwerben unter der Leitung von Krumsieck, dem Chefpiloten der Zentrale für Aviatik, ihren Pilotenschein in Fuhlsbüttel.
Im Laufe des Krieges fliegen schon militärische Kuriere eilige Postsendungen auf zahlreichen Linien - in England, Frankreich, Deutschland, Österreich und Italien.
Und schließlich wird der Flugplatz durch Posten hermetisch gegenüber der Öffentlichkeit abgeriegelt; Fuhlsbüttel steht nunmehr ausschließlich im Dienst des Militärs.
1916: Ein Feuer in der Luftschiffhalle zerstört auch das letzte geeignete Marineluftschiff. Die Luftschifffahrt ist damit für das Reichsmarineamt bedeutungslos geworden, es kündigt den Mietvertrag. Die HLG baut die durch das Feuer zerstörte Halle aus eigenen Mitteln wieder auf und vermietet sie an die Hanseatischen Flugzeugwerke. Doch auch die Fliegerei scheint in Deutschland vor ihrem vorzeitigen Ende zu stehen: Nach dem Ersten Weltkrieg werden große Teile der deutschen Luftflotte als Folge der Versailler Verträge ins Ausland geschafft, zahlreiche Maschinen zerstört, die Hallen und Werkstätten in Fuhlsbüttel beschädigt und unbrauchbar gemacht.